Der Beruf von einem Kinderpsychiater

posted am: 26 Januar 2021

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Der Kinderpsychiater beschäftigt sich mit der Diagnose, Behandlung, Vorbeugung und Rehabilitation von psychischen oder neurologischen Störungen und Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Kinderpsychiatrie befasst sich mit sozialen Verhaltensauffälligkeiten und neurologischen Entwicklungsstörungen. Es wird das Hauptziel verfolgt, dass die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen erfolgreich in das soziale und familiäre Lebensumfeld eingebunden werden. Behandlungen und Untersuchungen können von einem Psychiater und einem fachspezifische Psychotherapeuten, nach Erlaubnis der Erziehungsberechtigten, tagesklinisch, vollstationär oder ambulant getätigt werden. Je jünger der Patient ist, desto notwendiger ist eine intensive Beratung, Unterstützung und Einbeziehung des familiären Umfeldes. Die Tätigkeit des Kinderpsychiaters entstand bereits im vorigen Jahrhundert, nahm jedoch nur eine Nebenrolle in dem medizinischen Fachgebiet der Psychiatrie ein. Erst seit 1968 existiert ein eigenständiger Facharzt, der sich auf die psychische Behandlung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. 1992 wurde die Facharztbezeichnung mit Psychotherapeut ergänzt, damit verdeutlicht wird, dass auch eine therapeutische Kompetenz ein wesentlicher Bestandteil der psychiatrischen Ausbildung ist.

Während der Diagnostik untersucht ein Kinderpsychiater wie OMR. Dr. Hannelore Steinböck die Beziehung und das Verhältnis zwischen dem Kind und der Familie. Um einen psychischen Befund erstellen zu können, muss die gesamte Vorgeschichte des jungen Patienten analysiert werden. Dabei spielt der familiäre Hintergrund eine tragende Rolle. Diverse Fragen werden geklärt, wie beispielsweise ob und wie lange das Kind in einer Pflegefamilie oder einer Jugendhilfeeinrichtung lebt und wie stabil die Beziehung zu der neuen Ersatzfamilie ist. Das persönliche Wohlbefinden des Kindes ist während der gesamten diagnostischen Untersuchung ein sehr wichtiger Punkt. Neben dem Gespräch mit dem Patienten und der Familie sind auch testpsychologische Untersuchungen oft unabdingbar, um zu einem klaren diagnostischen Ergebnis zu gelangen. Diese standardisierte Methode umfasst Tests, die die Intelligenz und die Fähigkeiten des Kindes beim Rechnen, Lesen und Schreiben überprüfen. Ein weiterer Teil der Untersuchung ist die Testung der emotionalen, sensomotorischen und sprachlichen Entwicklung des Kindes, indem Fragebögen von dem Patienten und dem Erziehungsberechtigten ausgefüllt werden. Zur Ergänzung werden auch körperliche Untersuchungen durchgeführt, wie beispielsweise eine Hirnstrommessung.

Der Kinderpsychiater arbeitet mit einer Vielzahl von Behandlungsmethoden. Die gängigsten Formen sind Verhaltenstherapie, psychoanalytische Psychotherapie, Spieltherapie, Musiktherapie und Kunsttherapie. Die Behandlungsform erfolgt in Einzel-oder Gruppensitzungen mit anderen Kindern. Meistens werden aber Familientherapien durchgeführt, um das Kind in sein gewohntes Umfeld zu integrieren. Beratung und Unterstützung der Eltern und weiteren wichtigen Angehörigen sind Teil der Therapie. Betreuer, Lehrkräfte oder Erzieher des Kindes haben die Möglichkeit an störungsspezifischen Programmen teilzunehmen, wo ein ausführliches Coaching über den Umgang mit dem betroffenen Kind geboten wird. Eine weitere Methode ist ein symptomspezifisches Programm, wo auch mit Tieren und Bewegung gearbeitet wird. Besondere Fachtherapien, wie Logopädie, Neurofeedback und medikamentöse Behandlungen, werden je nach Störung und Erkrankung des Kindes oder des Jugendlichen herangezogen.

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